Import & Strafzölle bei amerikanischen Produkten

Strafzölle in EU und USA

Seit der Gründung von American Heritage vor über 16 Jahren begleiten uns beim Import der amerikanischen Produkte Strafzölle. Diese wirken sich leider auch auf unsere Preise aus und machen unsere Produkte im Sortiment teurer. Wie es zu diesen Strafzöllen kommt, welche Ursachen dahinter stecken und welche Auswirkungen dies für Sie als Kunden hat, möchten wir in diesem Beitrag gerne erläutern.

 

Was sind Strafzölle überhaupt und warum gibt es sie?

Zölle sind Abgaben, die anfallen wenn bestimmte Waren über eine Zollgrenze transportiert werden. Bereits im Mittelalter wurden bereits erste Zölle erhoben, um die Einfuhr ausländischer Produkte zu unterbinden und dadurch die eigene Industrie zu unterstützen und zu fördern. Darüber hinaus dienten die Zölle als Einnahmequelle für den Staat. Heute werden Strafzölle immer dann eingesetzt, wenn sich ein Land von einem anderen wirtschaftlich unfair behandelt und benachteiligt fühlt. In den meisten Fällen bestraft sich aber auch das Land, welches den Zoll erhebt, selbst, da Zölle für die eigene Volkswirtschaft nachteilig sind. Am Ende des Tages verlieren im Prinzip alle – besonders betroffen sind dabei Sie als Konsument und Kunde, da die Strafzölle in die Kalkulation des Produktpreises miteinbezogen wird. Sie müssen also unter dem Strich mehr zahlen.

 

Boeing und Airbus – die Ursache für schwankende Strafzölle

Der Handelsstreit zwischen EU und der USA hinsichtlich Airbus und Boeing hält nun schon über 16 Jahre an. Beide Parteien werfen sich unerlaubte Subventionen der eigenen Flugzeughersteller vor. Die Folge ist, dass immer wieder Strafzölle oder so genannte Ausgleichszölle erhoben werden, um den Wettbewerbsnachteil, den die jeweilige Partei erleidet, auszugleichen. Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten verschärfte die Situation noch einmal. So gab die WTO (Welthandelsorganisation) im Jahr 2019 den Vereinigten Staaten Recht und ermöglichte Strafzölle gegen die EU in Höhe von rund 7,5 Mrd. US-Dollar, welche anschließend auch durchgesetzt wurden. Jüngstes Beispiel sind jedoch die Strafzölle, die die EU in Höhe von etwa 4 Mrd. US-Dollar erhoben hat – betroffen sind viele importierte Produkte aus den USA. Das rechtskräftige Urteil, das auf den unerlaubten Flugzeugsubventionen von Boeing seitens der USA basiert, sprach die WTO am 13. Oktober 2020 aus. Unmittelbar nach der Entscheidung hatte die EU zunächst auf eine Deeskalation gesetzt und keine entsprechenden Strafzölle erhoben, um laufende Einigungsgespräche mit den USA hinsichtlich der 2019 eingeführten US-Strafzölle abzuwarten. Nachdem die Verhandlungen scheiterten, hat die EU-Kommission am 11. November 2020 nun doch Strafzölle auf amerikanische Waren eingeführt.

 

Die Chronologie der Strafzölle zwischen den USA und der EU

  • Im Juni 2018 verhängt die USA Strafzölle auf EU-Waren aus Aluminium (10% Strafzoll) und Stahl (25% Strafzoll), um die eigene Wirtschaft anzukurbeln
  • Als Gegenmaßnahme verhängt die EU im selben Monat 25% Strafzölle auf unter anderem Jeans, Bourbon-Whiskey, Motorräder und Erdnussbutter, die aus den USA importiert werden, mit einem Gegenwert von 2,8 Mrd. Dollar
  • Am 18. Oktober 2019 verhängt die USA Strafzölle auf Käse, Kaffee, Werkzeuge und andere Waren, die aus der EU stammen
  • Anfang Februar werden die bestehenden Strafzölle auf Produkte erweitert – betroffen sind seitdem alle Waren, die zu zwei Dritteln aus Stahl und Aluminium bestehen
  • Am 18. März 2020 wird der Strafzoll seitens der USA von 10% auf 15% erhöht (dies betrifft hauptsächlich Flugzeugimporte)
  • Ende Juni erhebt die USA 25% Strafzölle auf Marmeladen aus Deutschland und Frankreich
  • Am 13. Oktober 2020 erlaubt die WTO der EU Gegenzölle in Höhe von bis zu 4 Mrd. US-Dollar
  • Nachdem die von der EU angestrebten Einigungsgespräche scheiterten, werden seit dem 10. November 2020 Strafzölle auf unter anderem Ketchups, Saucen, Aiolis, Nüsse, Schokoladen – aber auch Spielekonsolen, Hubschrauber und Traktoren aus den USA erhoben

 

Diese Kosten kommen beim Import amerikanischer Waren auf uns zu

American Heritage ist bekannt dafür, tolle Lifestyle-Produkte und kulinarische Highlights aus den USA zu importieren. Weniger bekannt hingegen ist jedoch, welche Kosten beim Import der Waren auf uns zu kommen. Dies möchten wir Ihnen nachfolgend sehr gerne erläutern. Neben den eigentlichen Kosten für die Produkte und die dazugehörigen Fracht- bzw. Lieferkosten fallen noch die Einfuhrumsatzsteuer, in wenigen Fällen die Verbrauchersteuer, der Zollsatz und eben die besagten Strafzölle an. Die Einfuhrumsatzsteuer beläuft sich auf 19% bzw. 7% - je nachdem ob es sich um sich einen Artikel aus dem Food-Bereich (7%) handelt oder nicht. So liegt die Einfuhrumsatzsteuer für einen Schaukelstuhl bei 19%, bei unserem beliebten Country Ketchup von Stonewall Kitchen hingegen bei 7%. Bei importierten Kaffee, Tabak und Alkohol fällt zudem noch die sogenannte Verbrauchersteuer an. Hinzu kommt der Zollsatz, der sich aus dem Kaufpreis und den Versandkosten zusammensetzt. Last but not least müssen die Strafzölle für betroffene Waren bezahlt werden. Diese liegen aktuell in den meisten Fällen unserer Produkte bei 25% des Einkaufspreises.

 

Das bedeuten die Strafzölle für Sie als Kunden

Wie Sie sehen, fallen beim Import amerikanischer Produkte eine Menge Kosten an. Besonders hart treffen uns deshalb die Strafzölle in Höhe von 25% bei einigen unserer Lieblingsprodukte, die zu den bestehenden Zöllen hinzukommen. Wir von American Heritage versuchen die Preise für Sie als Kunden oder Großhändler fair und attraktiv zu gestalten und nehmen daher auch eine geringe Marge in Kauf. Die besagten Strafzölle jedoch haben zur Folge, dass einige, der von uns angebotenen Produkte, nicht mehr rentabel sind. Aus diesem Grund haben wir leider keine andere Möglichkeit, als die Preise zum 01. Januar 2021 dementsprechend anzupassen und zu erhöhen.

 

Wie geht es mit den Strafzöllen weiter?

Wie es konkret mit den Strafzöllen weitergeht, können wir natürlich nicht sagen. Jedoch gibt die US-Präsidentenwahl, die Joe Biden für sich entscheiden konnte, Grund zur Hoffnung. Unter der Führung von dem neu gewählten US-Präsidenten spekuliert man derzeit auf eine neue Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA. Ziel der Gespräche sollten die Reduzierung protektionistischer Maßnahmen und eine stärkere Kooperation auf internationaler Ebene sein. Wir hoffen auf das Beste damit wir Sie auch in Zukunft mit den besten Produkten aus den USA verwöhnen können!

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