Thanksgiving - 11 Fakten über das amerikanische Erntedankfest

Thanksgiving - das amerikanische Erntedankfest

Thanksgiving, das amerikanische Erntedankfest, wird in den USA jedes Jahr im November gefeiert. Neben Weihnachten zählt Thanksgiving zu den wichtigsten Feiertagen eines jeden Amerikaners. Da sich das amerikanische Erntedankfest grundlegend von dem Erntedankfest, wie wir es in Deutschland kennen, unterscheidet, zeigen wir Ihnen im Folgenden die 11 wichtigsten Fakten rund um das amerikanische Fest Thanksgiving.

 

Wo wird Thanksgiving gefeiert?

Das klassische Thanksgiving wird in allen Bundesstaaten der USA und in Kanada gefeiert. In vielen weiteren Ländern der Erde wird als Pendant das Erntedankfest gefeiert. In Deutschland beispielsweise wird das Erntedankfest immer am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. Anders als in den USA und in den meisten Teilen Kanadas, ist das Erntedankfest in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Das liegt mitunter daran, dass dem Erntedankfest in Deutschland keinen allzu großen Stellenwert zugeschrieben wird, während Thanksgiving in den USA zu den wichtigsten Festen des Jahres gezählt werden darf.

 

Wann ist Thanksgiving?

Thanksgiving wird in den USA nicht an einem bestimmten, festgelegten Datum gefeiert. Der sogenannte Thanksgiving Day findet immer am vierten Donnerstag des Monats November statt. Im Jahre 1865 wurde Thanksgiving auf Grund einer Proklamation von Präsident Andrew Johnson bereits am ersten Donnerstag im November gefeiert. Vier Jahre später, 1869, wählte Präsident Ulysses S. Grant bereits den dritten Donnerstag als Thanksgiving Day. In allen anderen Jahren – bis 1939 – wurde Thanksgiving am letzten Donnerstag im November gefeiert, so wie es der 16. Präsident der Vereinigten Staaten, Abraham Lincoln einst festgelegt hatte.

Erst im Jahre 1939, als die National Retail Dry Goods Association die Weihnachtseinkaufszeit verlängern wollte und Druck auf den amerikanischen Präsidenten ausübte, verlegte Franklin D. Roosevelt den Thanksgiving Day um eine Woche auf den vorletzten Donnerstag des Monats. Bereits im Jahr 1933 hatte die Vereinigung einen ähnlichen Antrag gestellt, der damals jedoch abgelehnt wurde, da Roosevelt der Meinung war, dass diese Änderung zu viel Verwirrung stiften könnte. 1939 brach dann ein regelrechtes Chaos rund um Thanksgiving aus. Die Änderung des Thanksgiving Days galt eigentlich nur für den District of Columbia und die Bundesangestellten. Man ging davon aus, dass die Gouverneure der anderen Bundesstaaten der Staatsproklamation für denselben Tag folgen würden. Stattdessen feierten in diesem Jahr 23 der 48 Bundesstaaten Thanksgiving bereits am 23. November, während 23 Bundesstaaten das amerikanische Erntedankfest am 30. November feierten. Darüber hinaus erklärten Texas und Colorado beide Donnerstage zu Feiertagen. Nach zwei Jahren der Verwirrung und zahlreichen Beschwerden unterzeichnete Präsident Roosevelt ein Gesetz, das den Thanksgiving Day als vierten Donnerstag im November festlegen sollte. Um sicherzustellen, dass künftige Präsidenten die Planung des Thanksgiving Days nicht mehr beeinflussen können, verabschiedete der Kongress ein Gesetz, welches besagt, dass der Thanksgiving Day in fünf von sieben Jahren auf den letzten Donnerstag fallen darf. Demnach findet Thanksgiving bis heute immer am vierten Donnerstag im November statt.

 

Warum feiert man Thanksgiving?

Die Geschichte rund um Thanksgiving ist nicht restlos geklärt, also wie das Fest letztendlich entstanden ist. Die meisten Amerikaner gehen davon aus, dass die Pilgerväter bei Plymouth Rock gemeinsam mit den eingeborenen Wampanoag-Indianern als Dankeschön ein dreitägiges Erntedankfest feierten. Ohne die Hilfe der Ureinwohner hätten die Siedler aus Europa vor rund 400 Jahren den harten Winter wohl nicht überstanden. Die Indianer zeigten den Europäern, wie sie am besten Mais anbauen und ihre Felder düngen und halfen ihnen im neuen Land zurecht zu kommen. Der Legende nach, haben die Siedler und das Volk der Wampanoag zusammen das allererste Erntedankfest gefeiert.

 

Wann wurde das erste Mal Thanksgiving gefeiert?

Im Jahr 1620 machten sich mutige Auswanderer auf den Weg nach Amerika, um dort ein besseres Leben führen zu können. In ihrer Heimat hatten viele kein Essen und keine Arbeit und hofften darauf, in Amerika ganz von vorne beginnen zu können. In Plymouth, einer Hafenstadt im Südwesten Englands, bestiegen zahlreiche Menschen das Schiff Mayflower, um mit diesem nach Amerika zu fahren. Die Überfahrt über den Atlantik gestaltete sich als sehr schwierig, da viele Auswanderer die Reise nicht überlebten. Grund waren die vielen Krankheiten, die sich an Bord mühelos ausbreiten konnten. Auch als die Auswanderer in Amerika angekommen waren, wurde es nicht wirklich besser. Den Siedlern machten das Klima und die andersartige Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen, welche sie aus ihrer Heimat nicht kannten. So entstanden wieder schwere Krankheiten, die einigen Menschen das Leben kosteten. Andere Siedler starben wiederum an Hunger und Schwäche. Der Stamm der Wampanoag-Indianern wurde auf das Leid der Siedler aufmerksam und zeigte den Auswanderern, wie sie in ihrer neuen Heimat überleben können. Als Dankeschön feierten beide Parteien im Jahre 1621 zusammen das erste Thanksgiving-Fest. Dies gilt bis heute als Geburtsstunde des Thanksgiving Days.

 

Was macht man bei Thanksgiving?

Am Thanksgiving Day ist es in den USA Tradition, dass sich die ganze Familie versammelt und ein großes Festessen veranstaltet. Dabei ist es nicht unüblich, dass viele Amerikaner quer durch die USA reisen, um Thanksgiving und das darauffolgende Wochenende mit ihren Familien zu verbringen. Zu den wichtigsten Bräuchen zählt das Dankgebet zu Tisch. Dieses wird meist vom Familienoberhaupt gesprochen. In vielen Familien ist es jedoch so, dass jeder Anwesende reihum offenbart, wofür er danken möchte, was ihn in der Vergangenheit besonders bewegt hat und was seine Wünsche für die Zukunft sind. Da Thanksgiving der Tag des „Dankesagens“ ist, helfen viele Amerikaner auch Menschen, denen es nicht so gut geht. So wird zum Beispiel Essen für Obdachlose und Bedürftige gespendet.
Bei vielen Familien ist es mittlerweile auch Tradition, am Nachmittag gemeinsam Football im Fernsehen anzusehen. Mit dabei sind übrigens immer die beiden Teams „Detroit Lions“ und die „Dallas Cowboys“. Ebenfalls beliebt ist die Thanksgiving-Parade in New York, die viele Familien live am Fernseher mitverfolgen. Diese startet traditionell an der 77th Street in New York und verläuft westlich des Central Parks über die 6th Avenue, bis sie schlussendlich beim Einkaufszentrum Macy's endet.
Viele Amerikaner nehmen sich den Freitag nach Thanksgiving, den sogenannten Black Friday, an dem offiziell das Weihnachtsgeschäft beginnt, frei. So können sie das verlängerte Wochenende gemeinsam mit ihren Freunden und Familien verbringen.

 

Was gibt es an Thanksgiving zu essen?

An Thanksgiving kommt bei amerikanischen Familien in der Regel ein gefüllter Truthahn auf den opulent gedeckten Tisch. Die traditionelle Füllung des Truthahns besteht aus Brot, Zwiebeln, Sellerie, Eiern, Petersilie und verschiedenen Gewürzen. Aber auch hier gibt es zahlreiche Varianten, so werden Truthähne beispielsweise auch gerne mit Aprikosen und Speck oder mit Äpfeln und Reis gefüllt. Patrick Ryan zeigt in seinem Video, wie der perfekte Truthahn zu Thanksgiving gelingt. 

Neben dem Hauptgang gibt es natürlich auch eine Vielzahl an Beilagen. Besonders beliebt sind Süßkartoffeln und Kartoffelpüree, grünes Gemüse wie Erbsen, Bohnen oder Rosenkohl. Dazu gibt es häufig eine leckere Cranberry Sauce, die auch bei uns im Shop erhältlich ist.
Als Vorspeise wird an Thanksgiving gerne eine Maissuppe serviert. Zum Nachtisch gibt es in vielen Familien Pumpkin Pie – einen leckeren Kürbiskuchen. Aber auch der Apple Pie und Pekannuss Pie (hier geht's zum Rezept) sind an Thanksgiving überaus beliebt.
Wie Sie sehen ist die Anzahl der Gerichte und Leckereien sehr ausgeprägt. Es gehört quasi zum guten Ton Nachschlag zu ordern. Dennoch ist es so, dass in der Regel noch eine Menge des Essens übrig bleibt. Die sogenannten „Leftovers“ werden in den darauffolgenden Tagen verzehrt. Wussten Sie, dass das „Leftover-Essen“ oftmals beliebter ist, als die Speisen an Thanksgiving selbst? Aus dem restlichen Truthahn machen viele Amerikaner Truthahn-Sandwiches. Auch hier darf die leckere Cranberry Sauce natürlich nicht fehlen.

 

Wie viele Truthähne werden zu Thanksgiving gegessen?

Jedes Jahr werden in den USA rund 46 Millionen Truthähne verspeist. Bei etwa 330 Millionen Einwohnern kommt so ein Truthahn auf gut sieben Personen. Aber es werden nicht alle Truthähne verzehrt! Die sogenannte National Thanksgiving Turkey Presentation zählt mittlerweile zum Brauchtum des Weißen Hauses. Bei ihr wird dem Präsidenten ein lebender Truthahn überreicht. Seit 1989 ist es Tradition, dass der amtierende US-Präsident zu Thanksgiving den überreichten Truthahn (und das Ersatztier) begnadigt. So „retteten“ George W. Bush und Barack Obama in ihrer Amtszeit je 16 Truthähnen das Leben.

 

Wie wichtig ist Thanksgiving für die Amerikaner?

Wie eingangs bereits erwähnt zählt Thanksgiving neben Weihnachten zu den wichtigsten Feiertagen eines Amerikaners. Thanksgiving ist für das amerikanische Volk beinahe genauso wichtig wie der Unabhängigkeitstag (Independence Day oder Fourth of July) am 4. Juli. Thanksgiving ist der Tag an dem Geld und Arbeit an Bedeutung verlieren und Freunde und Familie im Mittelpunkt stehen. In kaum einem anderen Land der Welt wird das Erntedankfest so zelebriert wie in den USA. Dies hängt auch mit dem eifrigen Patriotismus der Amerikaner zusammen. In den USA ist man besonders stolz auf die lange zurückliegenden, wichtigen historischen Ereignisse, Sitten und Gebräuche, die teilweise mehrere Jahrhunderte alt sind.

 

Black Friday und Thanksgiving

Der Black Friday ist in den USA der Tag nach Thanksgiving. Dieser läutet die Weihnachtseinkaufssaison ein. Im Fokus des Black Fridays stehen große Rabatte im Einzelhandel, die den Konsum anregen sollen. Da der Freitag aufgrund von Thanksgiving meist für ein verlängertes Wochenende freigenommen wird und sozusagen als Brückentag dient, nutzen viele Amerikaner den Tag um die ersten Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Viele Geschäfte öffnen daher schon in den frühen Morgenstunden. Oft kommt es vor, dass viele Menschen bereits nachts in langen Schlangen vor den Geschäften warten um heiß ersehnte Schnäppchen zu ergattern. Aus wirtschaftlicher Sicht, dient der Black Friday in den USA als wichtiger Indikator für das Weihnachtsgeschäft.
Woher der Name „Black Friday“ ursprünglich kommt, lässt sich nicht zweifelsfrei belegen. Am plausibelsten und populärsten sind die folgenden Erklärungen:

  • Der Name kommt daher, dass die vielen Menschenmassen auf den Straßen und in den Läden aus der Entfernung wie eine einzige schwarze Masse erscheinen
  • Der Black Friday gilt als umsatzstärkster Tag des Jahres, bei dem die Händler die Chance haben, aus dem Minus herauszukommen und somit schwarze, statt rote Zahlen, zu schreiben

Nicht zu verwechseln ist der Black Friday mit dem Black Thursday, dem Tag des Börsencrashs in New York im Oktober 1929. Aufgrund der Zeitverschiebung in Europa fiel der Tag des Crashs hierzulande auf einen Freitag, den sogenannten „schwarzen Freitag“ - während in den USA vom Black Thursday, also dem schwarzen Donnerstag die Rede ist.

 

Thanksgiving in Kanada

Während Thanksgiving in den USA am vierten Donnerstag im November gefeiert wird, zelebriert man den kanadischen Thanksgiving Day bereits am zweiten Montag im Oktober. Das liegt daran, dass im nördlich gelegenen Kanada die Ernte früher eingeholt wird als in den USA.

In Kanada ist Thanksgiving in den meisten Orten ein Feiertag, sodass Thanksgiving eines der beliebten langen Wochenenden im Jahr bildet. Auch in Kanada kommen viele verschiedene Gerichte auf den Tisch. Gefüllter Truthahn, gekochter Schinken, Süßkartoffeln und allerlei Desserts sorgen dafür, dass am kanadischen Thanksgiving Day niemand hungrig bleibt. Ähnlich wie in den USA ist Thanksgiving in Kanada ein riesiges Familienfest, bei dem sich Freunde und Familien treffen, um einen schönen, gemeinsamen Abend zu verbringen. Je nach Region gibt es an Thanksgiving in Kanada verschiedene Paraden und Sportereignisse, die das kanadische Erntedankfest begleiten.

 

Macy's Thanksgiving Day Parade

Die Macy's Thanksgiving Day Parade findet jedes Jahr an Thanksgiving in New York City statt und zählt zu den traditionsreichsten Festtagsparaden in den USA. Die dreistündige Parade wird vom Kaufhaus Macy's durchgeführt und zieht jedes Jahr Unmengen von Zuschauern an. Zudem wird die Veranstaltung live im Fernsehen gezeigt und von Millionen Amerikanern verfolgt.

Der Thanksgiving-Umzug des Kaufhauses Macy's ist bekannt für seine bunt dekorierten Umzugswagen, Blaskapellen, sowie Cheerleader- und Tanzgruppen. Berühmt ist die Parade allerdings aufgrund ihrer Vielzahl an Ballons von altbekannten Comichelden und Spielzeugfiguren. Jedes Jahr gibt es mehrere Riesenballons, die alle Blicke auf sich ziehen. So wurden beispielsweise Charlie Brown, Spider-Man, Olaf aus Frozen, Hello Kitty, Sonic the Hedgehog, Snoopy, Mickey Mouse, Scooby-Doo und Shrek in den vergangenen Jahren als Riesenballon angefertigt und sorgten auf der Macy's Thanksgiving Day Parade für strahlende Augen – nicht nur bei den Kindern.

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